Betrieblicher Brandschutz 16.08.2010
Menschliches Versagen oder unzureichende Organisation sind die häufigsten Ursachen für Brände. Eine einheitliche Brandschadensstatistik gibt es in Deutschland allerdings noch nicht.
 
Das Risiko einer Brandgefährdung ergibt sich nicht maßgeblich aus der Eintrittswahrscheinlichkeit, sondern aus der Schwere eines Brandschadens. Dazu gehören u. a. verletzte oder tote Personen, Sachschäden an Gebäuden und Anlagen, finanzielle Verluste, ggf. strafrechtliche Konsequenzen bis hin zur Insolvenz des Unternehmens.

Die Analyse zahlreicher Großschadensereignisse zeigt, dass diese häufig erst durch organisatorische Defizite entstehen bzw. sich dazu entwickeln. Auch die Auswertung von Brandschutzbesichtigungen durch den Feuerversicherer macht deutlich, dass mehr als 2/3 aller festgestellten Mängel in menschlichem Verhalten oder in einer unzureichenden Organisation begründet sind. /1/

Bei den technischen Ursachen liegen nach Angaben der Versicherungswirtschaft die Elektrizität mit 24% und die Brandstiftung mit 22% vorn. Es folgen Ursachen wie Explosion (10%), Überhitzung (9%), offenes Feuer (9%), Selbstentzündung (8%) und sonstige Ursachen (9%). /2/

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass Deutschland eine der wenigen Industrienationen ist, die sich nicht auf eine einheitliche nationale Brand- und Feuerwehrstatistik stützen kann. Das liegt u. a. daran, dass der Brandschutz Ländersache ist und eine nationale gesetzliche Grundlage diesbezüglich nicht besteht. Zahlen zu Ereignissen und diesbezügliche Analysen laufen aber u. a. bei den Feuerversicherern zusammen. Zwischenzeitlich liegt mit dem Projekt „InterSTRES-vfdb“ ein computergestütztes System zur bundeseinheitlichen Brand- und Feuerwehrstatistik vor, deren breite Anwendung allerdings noch auf ihre Umsetzung wartet.